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In unserem Podcast spielen „Keijidosha“ immer mal wieder eine Rolle. Japans bemerkenswerte „kleine“ Fahrzeugklasse: Kei-Cars. Ein Konzept, das sich seit den 1950er Jahren stetig weiterentwickelt hat – und von dem man auf dem deutschen Markt eher Ausläufer mitbekommen hat.

Daihatsu Move L600 (by PetrolPunx/Benni Krasemann)

Eine davon war der Daihatsu Move. Geht es um Kei-Car-Kompetenz, kommt man an dem traditionsreichen Fahrzeughersteller aus Ikeda nicht vorbei. Während der Move nach der zweiten Generation vom deutschen Markt verschwand und Daihatsu selbst 2013 den Verkauf in Deutschland einstellte, ist er in Japan bis heute ein Erfolgsmodell – mittlerweile in der siebten Generation.

Im Wettrennen um die Spitze bringt Konkurrent Suzuki 1993 den Wagon R an den Start. Auf der Suche nach Raum in einem gesetzlich auf 3,40 × 1,48 Meter limitierten Fahrzeug entsteht das „Tall-Wagon“-Prinzip: gerade, große Flächen, maximaler Innenraum durch konsequente Höhe statt Länge. Höhe heißt beim Move gute 1,70 Meter.

Suzuki Wagon R (by PetrolPunx/Benni Krasemann)

Als Basis dient Daihatsu der Mira bzw. Cuore. Die Verpackung kommt von I.DE.A. Design Institute in Turin, unter Franco Mantegazza. Dort wird zunächst ein deutlich runderer Entwurf vorgeschlagen – Ecken und Kanten gewinnen aber am Ende eben doch mehr Raum. Am 25. August 1995 debütiert der Move unter dem Konzept „breit, spaßig, multifunktional“. Charakterristische ist nicht nur die bemerkenswerte Kopffreiheit, sondern auch zur Seite öffnende Kofferraumklappe bzw. Tür. In Deutschland bleibt er eine, oft belächelte, Randerscheinung. Immerhin, noch die zweite, dann von Italdesign entworfene Generation wird von Daihatsu hierzulande angeboten.

In Japan hingegen begründen Move und Wagon R ein neues Segment innerhalb der Kei-Car-Klasse. Für Daihatsu eine Erfolgsstory. Es folgen weitere Generationen – und 2003 mit dem Tanto ein Ableger, der das Konzept noch konsequenter zu Ende denkt: der „Super-Height Wagon“, nochmals höher, mit Schiebetüren, und noch näher am One-Box Micro-Van als der Move. Am Ende schafft sich Daihatsu  damit den größten Konkurrenten im eigenen Haus.

Aber der Weg ist geebnet für Fahrzeuge wie dem Honda Nbox – exakt mit diesem  Prinzip aus der Spitze der Autoverkaufscharts in Japan nicht wegzudenken. Und ja, Daihatsu hat genau dort heute noch einen Spitzenplatz.

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